Siehe, ich mache alles neu

Das neue Jahr 2026 hat gerade erst begonnen. Was wird es bringen? Was steht mir in diesem Jahr so alles bevor? Und wie werde ich mit den guten und den schlimmen Dingen zurechtkommen, die dieses neue Jahr für mich bereit hat.

Mir fällt da der Text von Dietrich Bonhoeffer ein, des evangelischen Theologen und NS-Widerstandskämpfers, den er im Dezember 1944 in der Gestapo-Haft in Berlin geschrieben hat, wenige Monate, bevor er hingerichtet wurde:

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Zu wissen, dass Gott mit ihm war, hat ihn getragen. Hat ihn kreativ sein lassen in den letzten Wochen seines Lebens. Dieses Wissen um den lebendigen Gott hat auch den Apostel Johannes nicht verzweifeln lassen, als er ca. 94-96 n. Chr. während der Christenverfolgung unter Kaiser Domitian auf die Insel Patmos verbannt wurde. Er hat dort das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung, geschrieben. Was vor uns liegt, können wir oftmals nicht erkennen. Wir können uns aber entscheiden, ob das ‚dunkle Tal‘ der Ort unserer Resignation wird, oder ob wir den ‚gedeckten Tisch im Angesicht unserer Feinde‘ (Psalm 23) wahrnehmen und ein Gedicht schreiben, dessen Text gerade zum Jahreswechsel in vielen Gemeinden und Kirchen gesungen wird oder ein Schriftstück verfassen, das im Fall von Johannes als letztes Buch der Bibel weltweit seit Jahrhunderten gelesen wird.

3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. 5 Und der auf dem Thron saß, sprach:

Siehe, ich mache alles neu!

Dieses Wort wurde von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) schon 2023 als Jahreslosung für 2026 ausgesucht. Der Satz steht im vorletzten Kapitel der Offenbarung, im letzten Buch der Bibel, im Kapitel 21, Vers 5. Johannes war im Exil, verbannt auf der griechischen Insel Patmos. Menschen, die an Gott glauben und ganz bewusst Jesus zum Herrn ihres Lebens gemacht haben, leben nicht nur auf sonnigen Berghöhen, sondern gehen ganz oft durch dunkelste Täler. Und so wird auch Johannes gefragt haben: »Vater im Himmel, holst du mich zurück aus der Verbannung?« Aber anstatt, dass Johannes frei war, zeigte ihm Gott, was Er mit Seiner Schöpfung plant und Johannes setzte sich hin und schrieb es auf. Wie oft sind unsere Vorstellungen andere, als Gottes Pläne! Nicht zu resignieren, nicht zu verzweifeln, ist schwer. Aber hier zeigt sich, was entstehen kann, wenn ein Mensch sich den Absichten des Schöpfers unterstellt.

Credit: Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen – ÖAB

Auch im 2026 muss niemand mit einem Vers aus der Bibel für’s ganze Jahr auskommen, ihr könnt einen Bibelleseplan nutzen, den die Arbeitsgemeinschaft anbietet. Der Bibelleseplan kompakt ist besonders für Einsteiger ins Bibellesen gedacht und die Leseabschnitte sind leicht zu schaffen. Der Standard-Bibelleseplan ist für Fortgeschrittene, für die, die ein wenig mehr Zeit investieren wollen oder einfach neugieriger sind, was die Bibel so alles enthält. Die Pläne sind als PDF auf der Website zum Download oder ihr nutzt die Android- oder iOS-App.

Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) pflegt eine schöne Tradition und schreibt jedes Jahr ein Lied zur Jahreslosung. Und wer in seiner Kirche Jugend- und Gemeindearbeit macht: die Notensätze dazu dürfen kostenlos verwendet werden. Und auch ein Musikvideo zur Jahreslosung 2026 wird es noch geben, Text und Musik sind wieder von Gottfried Heinzmann und Hans-Joachim Eißler.

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